Auf zwei Wochen aufgeteilt musste sich jeweils eine Gruppe mit Führungsfahrzeug diesem umfangreichen und gewollt anspruchsvollen Übungsszenario stellen.
Die erste Herausforderung lag schon darin, die Einsatzstelle überhaupt zu finden, da von der Leitstelle nur die UTM Koordinaten geliefert werden konnten. Somit musste also, ganz ohne Navigationssystem, mit einer Karte und dem Planzeiger der optimale Weg durch den Wald bestimmmt werden.
Kurz vor der angenommenen Einsatzstelle stellte sich den Rettungskräften auch schon das nächste Hinderniss in den Weg. Mittels Trennschleifer mussten zwei (natürlich für Übungszwecke nachgebaute) Absperrpfosten gekappt werden, um die freie Zufahrt zum Schadensort sicherstellen zu können. Erst danach konnten sich die Retter um den tatsächlichen Einsatz, den angenommenen Forstunfall, kümmern.
Die Lage war anfänglich sehr undurchsichtig: Ein dunkler Wald, ein steiler Abhang und Hilferufe sowie das Geräusch einer Motorkettensäge aus der Tiefe.
Nach umfangreicher Erkundung wurde die Lage für den Einsatzleiter klarer: Bei Baumfällarbeiten sind zwei Waldarbeiter verletzt worden. Einer von beiden war unter einem schweren Baumstamm eingeklemmt.
Mit einem (für dieses Einsatzsezenario gewollt kleinen) Personalstamm von zirka 10 Leuten, mussten nun die Aufgaben priorisiert werden, da nicht alle Tätigkeiten gleichzeitig durchgeführt werden konnten:
Betreuung und Versorgung der verletzten Personen, Ausleuchten der Einsatzstelle, Absichern des umgestürzten Baumes, Befreien der eingeklemmten Person, Vorbereiten des Rettungsmaterials, schneller und patientenorientierter Transport der Verletzten.
Stromerzeuger, Lichtbrücke, Motorkettensäge, Stromerzeuger, Steckleiter, Schleifkorbtrage und Erste Hilfe Material - nicht nur das Personal sondern auch die technischen Gerätschaften des Fahrzeuges wurden bis auf die Grenzen ausgereizt um die Übung bewältigen zu können.
Doch trotz der umfangreichen Aufgaben gelang es den Übungsteilnehmern, dank guter Ausbildung und dem notwendigen Maß an Improvisationstalent, den Übungseinsatz souverän und routiniert abzuarbeiten.