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Wenn die Helfer Hilfe brauchen...
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Wenn die Helfer Hilfe brauchen...

"So ruhig war es nach einem Unterricht noch nie..." kommentierte der Stellvertretende Wehrführer Jürgen Zimmer die Atmosphäre im großen Unterrichtssaal der Feuerwehr Gundernhausen. Über 30 Mitglieder der Einsatzabteilung lauschten am vergangenen Freitag Abend den Worten von Pfarrer Winfried Steinhaus, dem Notfallseelsorger des Landkreises Darmstadt-Dieburg.

Mit seiner ehrlichen und sympatischen Art schaffte es Pfarrer Steinaus die Einsatzkräfte von der ersten Minute an zu fesseln. Ständige Wechsel zwischen tief bewegenden Geschichten und lustigen Anekdoten prägten seinen Vortrag, der sich mit den physischen und psyschichen Folgen von traumatischen Ereignissen beschäftigte.

Es sind nicht nur Angehörige oder Opfer die oft über Tage und Wochen, manchmal auch über Jahre immer wieder von schrecklichen Ereignissen eingeholt werden. Auch "die härtesten Einsatzkräfte" sind nicht immun gegen das, was Sie bei Einsätzen erleben.

Schwere Verletzungen, Tod, Trauer, der Verlust von geliebten Menschen, von Freunden, Bekannten... Katastrophen. Viele Szenarien Schnitt er während seines Vortrages an. "Welche Symptome sind normal", "Wie verhält man sich gegenüber den Betroffenen", "Wie kann man den eigenen Kameraden in solch schweren Situationen am besten Beistehen" waren die wesentlichsten Punke seiner Präsentation.

Eine lange Liste, mit der die meisten Einsatzkräfte, gerade in schwierigen Einsatzsituationen, selbst überfordert sind. Daher steht Pfarrer Steinhaus und das Team der Notfallseelsorge Rund um die Uhr zur Verfügung und wird bei schweren Einsätzen, wie die Feuerwehr auch, sofort mitalarmiert.

"Notfallseelsorge ist die behutsame Begleitung und psychische „Erste Hilfe“ für Menschen in belastenden Ausnahmesituationen. Darunter fällt die Betreuung von Betroffenen und das Angebot zu Gesprächen mit den beteiligten Helfern und Helferinnen der Rettungsorganisationen in und nach einem Krisenfall." (www.kfv-dadi.de)

Doch so schwer dieses Thema auch war, schaffte es Steinhaus immer wieder die positivien Aspekte seiner, sowie der Arbeit aller Einsatzkräfte in den Hilfsdiensten hervorzuheben. Neben Trauer und Schmerz war es immer wieder die Hoffnung und das gute Gefühl trotzdem helfen zu können, die er in seinem Vortrag betonte.

"Das Leben ist schön" und "das Leben muss weiter gehen" resümierte Steinhaus am Ende seines Vortrages "auch wenn wir das WARUM? oft nicht beantworten können".