Die Trockenheit der vergangenen Wochen hat die Böden und die Vegetation in unserer Region stark ausgetrocknet. Das Brandrisiko in Wäldern und Feldbereichen ist aktuell erheblich erhöht. Bereits kleinste Unachtsamkeiten können unter diesen Bedingungen ausreichen, um ein Feuer auszulösen, das sich rasch ausbreiten kann.
„Die Lage ist ernst“
Landrat Klaus Peter Schellhaas betont, dass die aktuelle Situation nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf. Die ausgetrocknete Vegetation bietet Feuer ideale Bedingungen, um sich schnell auszudehnen. Schon eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe oder ein falsch abgestelltes Fahrzeug kann einen Brand auslösen. Er bittet alle Bürgerinnen und Bürger ausdrücklich darum, geltende Verbote einzuhalten und durch ihr persönliches Verhalten dazu beizutragen, Waldbrände zu verhindern.
Auch Kreisbrandinspektor Matthias Maurer-Hardt unterstreicht die Dringlichkeit: Der Waldbrand in Seeheim-Jugenheim hat eindrücklich gezeigt, wie schnell sich Feuer unter den aktuellen Witterungsbedingungen ausbreiten kann. Die Feuerwehren im Landkreis beobachten die Lage fortlaufend und passen ihre Einsatzplanung bei Bedarf an. Entscheidend sei jedoch, Rauch oder Feuer möglichst frühzeitig zu melden.
Was jeder beachten sollte
Das Rauchen im Wald ist in der Zeit erhöhter Brandgefahr grundsätzlich verboten. Glimmende Zigarettenkippen dürfen niemals in der Natur entsorgt werden – auch nicht, wenn sie scheinbar erloschen sind. Wer eine Zigarette raucht, trägt die Verantwortung dafür, sie vollständig zu löschen und ordnungsgemäß zu entsorgen.
Grillen und offenes Feuer sind ausschließlich an ausdrücklich dafür ausgewiesenen und freigegebenen Stellen erlaubt. Im Zweifel gilt: lieber auf das Grillen im Freien verzichten und auf sichere Alternativen zurückgreifen.
Weniger bekannt, aber ebenfalls wichtig: Fahrzeuge sollten nicht auf trockenem Gras oder Unterholz abgestellt werden. Heiße Fahrzeugteile wie Katalysatoren oder Auspuffanlagen können trockene Vegetation entzünden – auch wenn das Fahrzeug bereits steht und der Motor ausgeschaltet ist.
Im Notfall: Schnell und präzise melden
Wer Rauchentwicklung oder ein Feuer in der Natur beobachtet, soll sofort den Notruf 112 wählen. Jede Minute zählt. Eine möglichst genaue Beschreibung des Ortes hilft den Einsatzkräften erheblich, schnell am richtigen Ort einzutreffen – besonders in unübersichtlichem Gelände.
Hilfreich sind dabei sogenannte Rettungspunkte, die im Wald an bestimmten Stellen ausgeschildert sind und eine eindeutige Nummer tragen. Diese Nummer sollte beim Notruf direkt genannt werden. Auch bekannte Parkplätze, Kreuzungen, Weggabelungen oder markante Orientierungspunkte wie Aussichtstürme, Schutzhütten oder auffällige Felsen helfen dabei, den Einsatzort schnell und eindeutig zu beschreiben.
Gemeinsam schützen wir, was uns wichtig ist
Jede und jeder von uns kann durch verantwortungsbewusstes Verhalten dazu beitragen, Waldbrände zu verhindern. Das schützt nicht nur die Natur und unsere Umwelt, sondern auch die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Feuerwehr, die bei einem Brand ihren Einsatz leisten – und nicht zuletzt die Menschen, die in der Nähe von Wäldern und Feldern leben.
Wir alle tragen Verantwortung. Nutzen wir sie.