Wald- und Feldbrände werden auch in unserer Region zunehmend zu einer realen Gefahr. Heiße, trockene Sommer sorgen dafür, dass sich Feuer schnell ausbreiten kann – und die Bekämpfung solcher Brände ist weit komplexer, als es auf den ersten Blick scheint.
Das Feuer folgt dem Wind, verändert seine Richtung und kann sich innerhalb kurzer Zeit über große Flächen ausbreiten. Taktische Fragen wie Windrichtung, Ausbreitung, Wasserverfügbarkeit und der richtige Moment für einen direkten Löschangriff entscheiden darüber, ob ein Einsatz erfolgreich ist. Um für genau solche Lagen gut vorbereitet zu sein, stand an diesem Wochenende für unsere ehrenamtlichen Retter ein Workshop “Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung” auf dem Übungsplan.
Freitag – Theorie als Grundlage
Den Auftakt machte am Freitagabend ein theoretischer Block: Brandverhalten in der Vegetation, taktische Grundsätze und die Besonderheiten der Wasserversorgung abseits befestigter Straßen und fester Hydranten. Eine solide Grundlage für den Übungstag am Samstag.

Samstag – Praxis in drei Stationen
In drei Gruppen haben wir nacheinander alle Stationen durchlaufen:
Wasserversorgung: Wir haben den Aufbau und Betrieb von Faltbehältern als mobile Wasserreserve geübt sowie die Förderung über lange Wegstrecken – denn im Feld gibt es keine Hydranten.
Waldbrandstrecke / Wassergasse: Hier haben wir den Aufbau einer vollständigen Löschstrecke trainiert – vom Übergang einer B-Leitung bis hin zu leichten D-Strahlrohren auf einer Länge über mehrere hundert Meter. Diese Technik ermöglicht eine ressourcenschonende und gezielte Brandbekämpfung, wenn Wasser knapp und der Weg weit ist.
Pump and Roll: Bei dieser Methode wird das Löschfahrzeug während des Löschangriffs langsam vorwärtsbewegt. Das ermöglicht eine deutlich schnellere Bekämpfung von Flächenbränden entlang des Feuersaumes.

Abschluss – Feldbrand mit Handwerkzeug
Den Abschluss gestaltete Gerrit Gerhardt von der Feuerwehr Reinheim: Unter realistischen Bedingungen konnten wir üben, wie Feldbrände mit Schaufeln, Rechen und Feuerpatschen eingedämmt werden können – direkt, effektiv und oft schneller als jede Wasserleitung.
Ein herzliches Dankeschön gilt Gerrit Gerhardt von der Feuerwehr Reinheim für die praxisnahe und engagierte Ausbildung. Ebenso danken wir Frank Schnauber herzlich, der uns seinen Acker für die Übung zur Verfügung gestellt hat sowie Harald Hanstein, der uns zur Brandsimulation einen Strohballen überlassen hat. Solche Unterstützung aus der Mitte unserer Gemeinde macht ehrenamtliche Ausbildung in diesem Umfang erst möglich.